Blockchain, NFT, Metaverse: Was bedeuten die Tech-Schlagworte?
  • Echtes Geld für einzigartige digitale Güter – der Markt boomt.
  • Auch die Hersteller von Videospielen setzen immer mehr auf NFTs.
  • Was es damit auf sich hat und warum manche von Abzocke sprechen.

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Der Handel mit digitalen Gütern boomt: Erst war es die Kunstszene, die dem NFT-Fieber dank spektakulärer Auktionen in Millionenhöhe anheim fiel, dann folgten die Film-, Musik- und Sport-Branche. Zuletzt sprang auch noch die Gaming-Industrie auf den Hype-Zug auf. Manche Hersteller wie Square Enix, Electronic Arts und Ubisoft sehen darin die Zukunft, der Xbox-Chef verteufelt es als Abzocke. Aber was hat es damit überhaupt auf sich? Und welche Rolle spielen die Blockchain-Technologie und das sogenannte Metaverse? Die wichtigsten Begrifflichkeiten und Technologien in Kürze erklärt.

Was bedeutet NFT?

NFT steht für Non-Fungible Token. Dabei handelt es sich um handelbare digitale Güter – ein Internet-Meme etwa, ein Musikstück, eine Rüstung in einem Spiel oder gar ein Kunstwerk. Im Gegensatz zu Bitcoins, Ethereum und anderen Krypto-Währungen sind diese Wertgegenstände jedoch „einzigartig“ oder „nicht austauschbar“. Bedeutet: Sie sind Originale und dank eines unveränderbaren Links, der Transaktionsnachweis, Besitzurkunde und Echtheitszertifikat in einem ist, von bytegleichen Kopien unterscheidbar. Ein Umstand, der sie zu Spekulationsobjekten macht, deren Wert mitunter ins Absurde steigen kann.

Im März 2021 verkaufte das Auktionshaus Christie’s beispielsweise das Werk „Everydays: The First 5.000 Days“ (ein 21.069 mal 21.069 Pixel großes JPG, bestehend aus 5.000 Einzelfotos) von Mike Winkelmann alias Beeple für fast 70 Millionen Dollar, was ihn in die Top 3 der teuersten lebenden Künstler der Welt katapultierte. Das GIF der Nyan Cat, die seit fast einem Jahrzehnt mit ihrem Regenbogenschweif durchs Internet flattert, wurde für 600.000 Dollar versteigert.

Auch die Gaming-Industrie hat Blut geleckt: Ubisoft führte „einzigartige“ Gegenstände wie Skins und Ausrüstungsgegenstände in „Ghost Recon: Breakpoint“ ein, Square Enix‘ Präsident Yosuke Matsuda erklärte 2022 kurzerhand zum Jahr des großen NFT-Durchbruchs auf breiter Front und Spielehersteller Konami vergoldete sich den 35. Jahrestag der „Castlevania“-Reihe, indem man über ein Dutzend NFTs, unter anderem Bilder und Musikstücke, für rund 162.000 Dollar unters Sammler-Volk brachte.

Allerdings teilen viele Gamer und Branchengrößen die Begeisterung nicht wirklich – im Gegenteil: Sie halten – wie Xbox-Chef Phil Spencer – die Integration der digitalen Tokens für reine Geldmacherei. Ubisofts Versuch wurde ebenso abgestraft wie die Ankündigung von GSC Game World, dass man NFTs in den kommenden Open-World-Shooter „Stalker 2“ implementieren wolle. Das Feedback der Community war derart verheerend, dass man die Pläne bereits nur einen Tag später wieder begrub.

Was ist die Blockchain?

Das NFT-System basiert, wie Kryptowährungen, auf der sogenannten Blockchain-Technologie. Vereinfacht erklärt: Blockchains sind Datenbanken, die von Millionen Menschen dezentral gleichzeitig betrieben werden. Die Informationen darin werden niemals gelöscht, entsprechend lassen sich alle Prozesse wie Käufe oder Verkäufe immer nachvollziehen. Es gibt mehrere Blockchain-Arten. Die meisten NFTs setzen auf die Ethereum-Blockchain und werden entsprechend in der Krypto-Währung Ether gehandelt.

Was ist das Metaverse?

Das „Metaverse“ ist die Vision einer vollständigen digitalen Parallelwelt mit eigenem Ökosystem. Wer Steven Spielbergs Film „Ready Player One“ gesehen hat, hat eine ganz gute Vorstellung davon. Seinen Ursprung hat die Bezeichnung „Metaverse“ wohl in dem 1992 erschienenen Science-Fiction-Roman „Snow Crash“. Autor Neal Stephenson beschreibt darin eine Dystopie, in der Tech-Konzerne die Welt beherrschen und Menschen sich vor der traurigen Realität in virtuelle Träume flüchten. Das Buch habe sein ganzes Leben beeinflusst, sagte Google-Gründer Sergey Brin einmal. Und auch Mark Zuckerberg scheint es gelesen zu haben: Seine Firma Facebook wurde unlängst in „Meta“ umbenannt und investiert seit Jahren Milliarden in die Realisierung dieser Virtual Reality.

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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