Coronaimpfung beim Hausarzt: Wenig Impfdosen für viele Patienten

Rund 50 Impfdosen pro Woche

Ärmel hochgekrempelt und los geht’s: Seit Mittwoch impfen in Norddeutschland auch Hausärzte die Covid-19-Schutzimpfung. Ein großer Schritt nach vorne für die Impfschnecke Deutschland, denn noch immer liegen wir im europäischen Vergleich nur auf Platz 21. Höchste Zeit, dass sich etwas tut. Doch mit nur 50 Impfdosen pro Woche kommen Hausärzte wie Dr. Matthias Berndt aus Hannover nicht besonders weit.

Welche Vor- und Nachteile das Impfen in der Praxis bietet, erzählt der Hausarzt im Video.

Impfstoff bleibt Mangelware – Konzepte gefordert

Die Warteliste für eine Corona-Schutzimpfung ist in der Praxis von Dr. Berndt schon jetzt rappelvoll. Mehrere Hundert seiner Patienten würden sich gerne impfen lassen. Doch die wöchentlichen Impfstoffdosen sind stark begrenzt. “Die Impfungen werden zugeteilt im Moment. Aktuell haben wir 54 Impfungen diese Woche. Nächste Woche rechne ich so mit 75-80 Impfungen und das steigert sich dann jeden Tag weiter. Ich rechne damit, dass wir Anfang Mai mindestens 250-300 Impfungen die Woche in die Praxis geliefert bekomme”, erklärt Dr. Matthias Berndt im RTL Nord-Interview.

Der Arzt ist optimistisch, die hohe Nachfrage stellt das Team von Dr. Berndt aber auch vor eine Herausforderung – ein Konzept muss her. “Bei uns können sich Patienten auf der Homepage anmelden. Auch in der Praxis melden sich bei uns Patienten an. Wir haben Listen und dann wird nach der Prioritätengruppe abgearbeitet”, sagt Dr. Matthias Berndt.

Kassenärztliche Vereinigung: Bitte nicht beim Hausarzt nachfragen!

Dr. Matthias Berndt bietet mit seinem Konzept also Patienten die Möglichkeit, auf ihn und sein Team zu zu kommen. Grundsätzlich bittet die kassenärztliche Vereinigung allerdings alle Interessenten von Anfragen in ihren Hausarztpraxen abzusehen. Die Praxen werden von sich aus impfberechtige Patienten ansprechen, heißt es. Andernfalls drohe den Praxen der Zusammenbruch. Die Impfpriorisierung sieht vor, dass zurzeit hauptsächlich Menschen über 75 Jahren geimpft werden.

Die Wahl des Impfstoffs

Damit Arztpraxen wie die von Dr. Berndt überhaupt impfen dürfen, müssen die Praxen in Niedersachsen einen größeren Patientenbestand an über 70-Jährigen haben. Den Impfstoff dürfen sich die Patienten nicht aussuchen. Wer eine Impfung ablehnt, muss mit einer langen Wartezeit rechnen bis der Bund eine freie Impfstoffwahl ermöglicht. Die Entscheidung sollte also gut überlegt sein.


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