Die Jury kürt David Wagner und Jan-Werner Müller

Bayerischer Buchpreis: Die Jury entscheidet sich bei ihrer öffentlichen Beratung in der Allerheiligen-Hofkirche für David Wagner und Jan-Werner Müller

"Ich bin einfach gerne mit dabei, wenn kluge Leute klug über Bücher reden“, sagt Michael Then bei der Verleihung des Bayerischen Buchpreises am Donnerstagabend in der Allerheiligen-Hofkirche. Then ist Vorsitzender des Landesverbandes Bayern im Börsenverein Deutscher Buchhandel, der den mit 10 000 Euro dotierten Preis auslobt, und begründet so, warum die Preisträger erst am Abend der Preisverleihung live vor Publikum ermittelt werden.

Jedes der drei Jurymitglieder hat im Vorfeld jeweils ein Sachbuch und einen Roman nominiert. In der Allerheiligen-Hofkirche sollen sich Sandra Kegel (FAZ), Svenja Flaßpöhler (Philosophie Magazin) und Knut Cordsen (BR) innerhalb von zwei halbstündigen Diskussionen auf die Preisträger in beiden Kategorien verständigen. Außerdem wird an diesem Abend der Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten an den Schauspieler und Schriftseller Joachim Meyerhoff verliehen.

Die live im BR übertragene Jurysitzung beginnt mit einer Überraschung: Die erste Nominierung im Bereich Sachbuch wird von den Juroren zurückgezogen. Gegenüber Cornelia Koppetschs „Die Gesellschaft des Zorns. Rechtspopulismus im globalen Zeitalter“ gebe es mittlerweile Plagiatsvorwürfe oder, wie es Jury-Vorsitzende Sandra Kegel ausdrückt, Zweifel bezüglich der „korrekten Zitierweise“.

Fehler eingeräumt

Wie kurz vor der Preisverleihung bekannt wurde, habe Koppetsch Begriffe und Passagen aus Andreas Reckwitzs Buch „Die Gesellschaft der Singularitäten“, aus dem Sammelband „Arbeiterbewegung von rechts“ und anderen Werken übernommen, ohne diese zu kennzeichnen. Koppetsch selbst habe inzwischen Fehler eingeräumt, verteidige jedoch die wissenschaftliche Eigenständigkeit ihrer Thesen.

Die Jury ist im Vorfeld überein gekommen, dass Koppetschs Buch zum jetzigen Zeitpunkt nicht als in sich abgeschlossenes Werk beurteilt werden könne, obwohl man Koppetschs neuartige Analyse des Rechtpopulismus, die ganz „ohne Pathologisierung“ auskomme, weiterhin für bedeutsam halte. Als Preisträger zur Auswahl stehen somit der Essay „Furcht und Freiheit. Für einen anderen Liberalismus“ von Jan-Werner Müller und „Warum Demokratien Helden brauchen. Plädoyer für einen zeitgenössischen Heroismus“ von Dieter Thomä.

Quelle: Lesen Sie Vollen Artikel