Letzter "ZDF-Fernsehgarten" 2022: "Ich hab’ mir gerade in den Schritt geschossen"

So, nun ist sie also rum, die diesjährige „Fernsehgarten“-Saison. Am Sonntagabend macht Andrea Kiewel mit der letzten regulären Ausgabe des Sommers den Deckel auf den „Fernsehgarten“ und seiner Mischung aus Small-Talk, Kleinkunst, Haushaltstipps und Musik. Da darf man gerne einmal zurückblicken und kann zu dem Fazit kommen: Die 2022er-Staffel wird mit vielem nicht in Erinnerung bleiben, mit manchem aber schon.

Eine KritikvonChristian Vock

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Was zum Beispiel nicht in Erinnerung bleiben wird, das sind die allermeisten Musikauftritte. Nicht, weil die besonders schlecht oder langweilig gewesen sind, sondern weil sie einfach nur das geliefert haben, was man von ihnen erwartet – das Schicksal der Pflichterfüllung. Zumindest wird man in einem Jahr mit großer Wahrscheinlichkeit nicht am Lagerfeuer sitzen und sich erzählen: „Weißt du noch? Damals, als Tanja Lasch im ‚Fernsehgarten‘ ‚Ich sag nur einmal verzeih‘ gesungen hat?“

Nein, in Erinnerung bleiben nur die Dinge, die sich ein bisschen vom Erwartbaren abheben und auch solche Momente gab es in diesem Jahr beim „Fernsehgarten“. Zum Beispiel die Auftritte von Jürgen Drews und Ireen Sheer. Nicht, weil sie besonders aufregend, originell oder außergewöhnlich gut waren, sondern, weil es mit hoher Wahrscheinlichkeit die letzten Auftritte der beiden im „Fernsehgarten“ waren. Sheer und Drews wollen ihre berufliche Karriere beenden.

Nicole feiert 40 Jahre „Ein bisschen Frieden“

Es gab sie also auch, die außergewöhnlichen Momente in diesem Jahr, doch leider nicht nur im positiven Sinn. Denn in Erinnerung wird auch Andrea Kiewels übergriffige Frage an Lili Paul-Roncalli nach deren Kinderwunsch und die anschließende Diskussion darüber bleiben. Beim Song „Layla“ von DJ Robin und Schürze gab es hingegen die Diskussion über den sexistischen Inhalt des Liedes vor deren Auftritt im „Fernsehgarten“ und in Erinnerung bleiben wird deshalb, dass Kiewel diesen Auftritt und die Sexismus-Vorwürfe völlig unkommentiert ließ.

Ein schöneres Zeichen setzt Kiewel da am diesem Sonntagmittag. Denn irgendjemand aus der Redaktion hatte sich in seinem Kalender angestrichen, dass Nicoles 1982er-Song „Ein bisschen Frieden“ 40-jährige Existenz feiert. Dieses Jubiläum wollte man eigentlich schon früher im Jahr begehen, wegen einer Corona-Infektion von Nicole musste das aber nun an diesem Sonntag nachgeholt werden. Das macht die Sängerin auch, doch Kiewel garniert den Jubiläumsauftritt noch mit einer kleinen Geschichte.

Denn neben Nicole sitzen auch die Eheleute Frank und Andreas im „Fernsehgarten“, der eine Nicole-, der andere Heavy-Metal-Fan. Weil Frank sich bei seinem Mann für dessen Unterstützung bei seinen Schlager-Unternehmungen bedanken möchte, schaut Nicole kurz zum Plaudern bei den beiden vorbei. Und weil sie ja eigentlich wegen des „Ein bisschen Frieden“-Jubiläums da ist, gibt es im Anschluss noch eine Kurz-Version ihres Schlager-Klassikers.

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„ZDF-Fernsehgarten“: mit 30 Minuten Malle in die Winterpause

Von ein bisschen Frieden zu ein bisschen Halligalli kommt man dann in der letzten halben Stunde, denn dort muss man gleich zwei Versprechen halten. Zum einen die Ankündigung des Off-Sprechers „Mehr Partystimmung geht nicht“ und zum anderen das Versprechen, das man Ende Juli dieses Jahres einer Handvoll Mallorca-Sänger gegeben hat. Unter dem Motto „Mallorca vs. Oktoberfest“ spielten dort nämlich die jeweiligen Genre-Vertreter Spielchen gegeneinander und weil Team Malle gewann, dürfen nun Lorenz Büffel, Mickie Krause, Tim Toupet und Marry noch einmal eine 30-minütige Ehrenrunde drehen.

Eine halbe Stunde vor Schluss gibt Kiewel den Vieren den Startschuss für deren Final-Chaos und dabei sollen Krause, Toupet und Co. abwechselnd kochen und singen. Mickie Krause scheint dabei das Wort „Startschuss“ allerdings etwas zu wörtlich zu nehmen. Denn als zum Start eine Konfetti-Kanone nach der anderen gezündet wird, verkündet der Sänger: „Ich hab mir gerade in den Schritt geschossen!“

Eine schwerwiegende Verletzung scheint es aber nicht gegeben haben und so gibt es noch einmal ein 30-minütiges Malle-Chaos-Düp-düp-düp-Treiben – was man eben so von den vier Mallorca-Größen erwartet. Ähnlich erwartbar präsentierte sich schon zuvor der Rest des Programms, weil man es so aus dem „Fernsehgarten“ eben kennt: Ben Zucker, Karsten Walter und Marina Marx, Guildo Horn, Semino Rossi, die Höhner oder Eric Philippi. Und so geht der klassische „Fernsehgarten“ der Saison 2022 eben auch recht klassisch zu Ende. Aber mehr muss ja auch nicht immer.

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