Lizenz-Vertrag läuft aus: EA deutet Ende der "FIFA"-Reihe an
  • Trotz der Erfolgsstory von „FIFA 22“ könnte der Titel der letzte seiner Art sein.
  • EA prüft die Idee, seine Fußballspiel-Simulation zukünftig umzubenennen.
  • Das irritiert Spieler wie Aktionäre.

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„FIFA 22“ feiert famose Verkaufszahlen. Umso irritierter reagiert die Community auf die kursierende Nachricht, dass der erst Anfang Oktober veröffentlichte neue Ableger der Fußballsimulationsreihe das Ende dieser legendären Ära markieren könnte. Zumindest, was die Namensgebung betrifft. Denn: Der 2013 geschlossene Lizenz-Vertrag zwischen der FIFA und dem Publisher Electronic Arts (kurz EA) läuft Ende 2022 aus.

Stellt sich die Frage, warum dieser nicht längst verlängert wurde. Zur Antwort hüllen sich beide Seiten derzeit in Schweigen. Eine naheliegende Theorie ist, dass die FIFA zu hoch gepokert hat und EA nicht bereit ist, eine aus unternehmerischer Sicht zu hohe Summe für die Lizenz zu bezahlen. Das ist allerdings pure Spekulation, denn ebenso gut könnte es sein, dass EA selbstbewusst denkt, man käme ebenso gut ohne die Strahlkraft des großen Namens aus, wenn man das Spiel für sich selbst sprechen ließe.

EA denkt darüber nach, seine Fußballspiele umzubennenen

EA versucht derzeit, die Wogen in einer Pressemeldung zu glätten: Ein Fußballspiel würde im Jahr 2022 auf jeden Fall erscheinen, doch „mit Blick auf die Zukunft prüfen wir auch die Idee, unsere globalen EA-Sports-Fußballspiele umzubenennen“. Zudem macht EA deutlich, dass das Ergebnis dieser Überlegungen keinerlei Einfluss auf die anderen Lizenzen habe, die EA nutzt, um die Sport-Sim so authentisch wie möglich zu machen. Über 17.000 Sportler, mehr als 700 Teams, 100 Stadien und über 30 Ligen aus aller Welt umfasst das Portfolio, darunter die Champions League, Premier League und die Bundesliga.

Die Meldung, formuliert von Cam Weber, Executive Vice President von EA Sports, sollte eigentlich für Beruhigung sorgen, doch das Gegenteil geschah: Die Gerüchte irritierten nicht nur die Fans, sondern auch die Anteilseigner. Der Aktienkurs von EA purzelte direkt nach Bekanntwerden der firmeneigenen Nachricht um mehr als fünf Prozent in die Tiefe. Was das Statement von EA verschweigt: Ohne die Kooperation mit der FIFA wären auch die offiziellen Weltmeisterschaften nicht mehr im kommenden Spiel abzubilden, da diese von der FIFA ausgerichtet werden.

„FIFA 22“ – ein voller Erfolg

Unabhängig von der Lizenzfrage hat EA allen Grund zur Freude: Laut dem Marktforschungsinstitut GFK Entertainment landete „FIFA 22“ direkt an der Spitze der Verkaufscharts für alle Systeme, für die der Titel erschienen ist. Zudem stellt der Titel den mit Abstand erfolgreichsten Games-Start des bisherigen Jahres dar. Seit dem Release haben die mehr als 9,1 Millionen Spieler mehr als 460 Millionen Matches gespielt und mehr als 7,6 Millionen Ultimate-Team-Kader erstellt.

Wenig Glück hatte zudem Erzrivale Konami mit der Neuausrichtung des einzig nennenswerten „FIFA“-Konkurrenzprodukts: Aus „Pro Evolution Soccer“, kurz PES, wurde „eFootball 2022“. Zudem wurde aus dem ehemaligen Vollpreis-Titel ein Free2Play-Game, das sein Glück in der Breite suchte, aber aufgrund technischer Mängel binnen kürzester Zeit auf der Vertriebsplattform Steam zum „schlechtesten Fußballspiel aller Zeiten“ gekürt wurde.

(tsch) © 1&1 Mail & Media/teleschau

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