Schreckmoment bei "Schlag den Star": Robin Gosens verfehlt Kameramann beim Hammerwerfen nur knapp

Bei „Schlag den Star“ macht die Spannung gerne mal schlapp. So auch am Samstagabend beim Duell zwischen Robin Gosens und Rúrik Gíslason, als die beiden Quietsche-Enten angeln müssen. Doch der „Männer, die auf Enten starren“-Moment bleibt die einzige Spannungsbeule des Abends. Aufregender als geplant läuft die Show hingegen für einen Kameramann. Denn der steht beim Hammerwerfen ein bisschen zu nah am Spielfeld.

Eine KritikvonChristian Vock

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Die Bundesliga macht Pause, die Weltmeisterschaft hat jemand in den Winter verlegt – es sind wahrlich harte Zeiten für Fußball-Süchtige. Da ist es immerhin ein kleiner Trost, dass ProSieben für die jüngste Ausgabe von „Schlag den Star“ zwei Profi-Kicker eingeladen hat. Einen aktuellen und einen ehemaligen. Oder mit anderen Worten: Robin Gosens und Rúrik Gíslason.

Für alle, die „Schlag den Star“ nicht als Fußball-Methadon brauchen, sondern für die Samstagabendunterhaltung: Robin Gosens spielt aktuell bei Inter Mailand und ist vor allem für seine Unbekanntheit bekannt geworden. Zumindest gab es nicht wenige, die Gosens erst auf dem Schirm hatten, als ihn Joachim Löw 2020 in die Nationalmannschaft berief.

Rúrik Gíslason ist hingegen eher wegen seiner Bekanntheit bekannt – allerdings eher die Nach-Karriere-Bekanntheit. Der Isländer spielte ebenfalls für sein Heimatland, darüber hinaus auch für Sandhausen in der 2. Bundesliga. Nun macht er in Gin und Mode und lässt sich als weiteres Standbein in diversen TV-Shows auf sein gutes Aussehen reduzieren. Und damit macht ProSieben am Samstagabend fröhlich weiter.

„Schlag den Star“: Rúrik Gíslason in der Klischee-Falle

„Wer schön ist, muss leiden, vor allem heute Abend“, darf Robin Gosens im Vorgeplänkel über seinen Gegner lästern und auch der Off-Sprecher macht gleich einmal die Schönheitsschublade auf: „Der schöne Isländer mit den blauen Augen“, wird Gíslason begrüßt. Da ist es schön, wenn Elton diese Klischee-Klopperei auffällt und er Gíslason fragt, ob ihn die Reduzierung auf sein Aussehen nicht nervt. „Ich nehm das mit als Lob“, antwortet Gíslason, aber auch: „Ich kann das nicht ändern.“

„Du hast ja viele Talente. Du bist ja nicht einfach nur schön“, wirft Elton noch ein und mit einem „Man wird sehen“, gibt Gíslason quasi den Startschuss für den eigentlichen Wettbewerb und der beginnt mit einem Kurbelauto-Rennen. Ein Kurbelauto ist eine Art Go-Kart auf zwei Rädern, wobei jedes Rad einzeln und mit den Armen angetrieben wird. Man braucht also vor allem Muskelkraft und Koordinationsvermögen.

„Können Sie uns bitte zeigen, wie es geht?“, fragt Gíslason Moderator Elton ein bisschen provokant und holt sich damit den ersten Applaus des Abends. Doch die beiden finden selbst heraus, wie es geht. „Ich hab mir direkt eine Schürfwunde eingefangen“, jammert Gosens und Gíslason spottet nach drei Durchgängen ein wenig außer Atem: „Ihr braucht keine Sportklamotten, haben sie uns gesagt …“

Zähe Szenen am Ententeich

Gosens hat hingegen ganz andere Probleme als eine fehlende Sporthose. Denn der Kicker von Inter Mailand setzt seine Füße entgegen der Regeln immer wieder auf den Boden, weil er Angst um seine Beine hat. Elton belässt es bei den ersten Durchgängen bei Ermahnungen, dann wird es ihm aber zu bunt: „Sorry, das ist ein Nulldurchgang, du hast geschummelt“, sieht sich Elton den Durchgang in der Wiederholung an und annulliert dann Gosens Sieg.

Am Ende gewinnt Gíslason das Kurbelauto-Rennen und so geht es erst einmal hin und her. Gíslason gewinnt das Spielfelder-von-oben-Erraten, Gosens das Frisbee-Duell. Beides Spiele, die für „Schlag den Star“-Verhältnisse relativ zügig durch sind, vor allem aber im Vergleich zu Spiel Nummer vier, „Enten-Angeln“. Dort müssen Gíslason und Gosens aus einem Becken mit Dutzenden gelben Badeentchen jeweils das rote beziehungsweise blaue Entchen heraus fischen.

„In Island angelt man“, beginnt Gosens ein bisschen Smalltalk, den Gíslason sofort beendet: „Ja. Die anderen. Ich nicht.“ Hätte er mal besser gemacht, denn die folgenden Minuten werden so noch zäher als ohnehin schon. Eine gefühlte Ewigkeit muss man zusehen, wie die beiden mit Holzangeln am Beckenrand stehen und vergeblich versuchen, ihr Entchen aus dem Wasser zu fischen.

Mit einem „Rúrik hat das glücklichere Ente“, beendet Kommentator Ron Ringguth irgendwann das Spiel, als Gíslason seine letzte Ente angelt. Die Spieler sind erleichtert und der Zuschauer ist es auch.

Robin Gosens verfehlt Kameramann beim Hammerwerfen nur knapp

Was dem Enten-Angeln an Dramatik fehlt, hat das nächste Spiel zu viel. „Hammerwerfen“ heißt es und weder Gosens noch Gíslason haben Erfahrung damit. Doch obwohl die beiden das gar nicht schlecht machen, wird es trotzdem gefährlich.

Bereits in Durchgang zwei erwischt Gosens gerade so noch den Schutz-Käfig: „Viel Netz war da nicht mehr“, stellt der deutsche Nationalspieler fest. Da dämmert es den Beteiligten, dass man wohl besser noch einen Schritt zurück tritt: „Ich geh‘ mal hier neben den Kameramann, ich versteck mich ein bisschen“, bringt sich etwa Elton in Sicherheit.

Auch nach Gíslasons zweitem Durchgang macht Gosens darauf aufmerksam, dass alle besser noch weiter weg gehen sollten. Im fünften Durchgang schlägt Gosens Hammer dann trotzdem denkbar knapp neben einem Kameramann ein. Gosens entschuldigt sich sofort und Kommentator Ron Ringguth vergewissert sich, dass es keine Verletzen gibt: „Elton, es geht allen gut?“ Geht es offenbar – und nach dem ersten Schreck fragt Gosens ehrgeizig: „Zählt der eigentlich?“

Genauso ehrgeizig, aber weniger lebensgefährlich geht es dann den Rest des Abends weiter. Die beiden Sportler schenken sich nichts, die meisten Duelle sind denkbar knapp – und tatsächlich spannend.

Höhepunkt ist das letzte Spiel des Abends, bei dem die Kandidaten eine Kugel in zehn Felder rollen lassen müssen. Die Felder liegen hintereinander, jedes Feld muss einmal getroffen werden. Gosens liegt knapp vorne, muss nur noch ein Feld treffen, doch da bleibt die Kugel genau auf dem Brettchen liegen, das die beiden Felder begrenzt. Elton entscheidet auf „kein Punkt“, doch das hält Gosens am Ende nicht auf und so darf er sich nur wenig später, um 1:16 Uhr, über die 100.000 Euro Siegprämie freuen.

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