Steigende Infektionszahlen: Droht uns jetzt die große Corona-Reise-Infektionswelle?

Infektionszahlen steigen in Reiseländern an

Die Sommerferien haben begonnen und nach dem langen Corona-Lockdown drängt es viele Menschen in den Urlaub. Gleichzeitig mit der Lockerung der Reisebeschränkungen steigen aber auch die Infektionszahlen. Kroatien verkündete gerade erst den “schlimmsten Tag” seit dem Corona-Ausbruch. Und auch in Spanien und Italien wird angesichts steigender Infektionszahlen die Notbremse gezogen. 

Aber was bedeutet das für unseren Urlaub? Und worauf müssen wir uns einstellen, wenn wir in unsere Lieblings-Urlaubsländer fahren?

Wie RTL-Reiseexperte Ralf Benkö die Sicherheitssituation in den Lieblings-Reiseländern der Deutschen einschätzt und welche Länder Sie auf jeden Fall meiden sollten –  das sehen Sie im Video.

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Kroatien, Italien und Spanien verzeichnen Infektionsanstiege

In Kroatien wurden innerhalb von 24 Stunden 96 Fälle bestätigt, so viele wie das letzte Mal zu Beginn der Pandemie am 1. April – damals aber noch ohne Todesfälle. Und auch in Italien und Spanien reagieren die Regierungen besorgt auf steigende Zahlen.

So hat in der italienischen Region Venetien die Zahl der Neuinfektionen wieder zugenommen. Wie österreichische Tageszeitungen berichten, sei vor allem die Region Venetien stark betroffen. Aus diesem Grund plant die norditalienische Region Venetien die Verschärfung der Anti-Covid-19-Sicherheitsvorkehrungen. Auslöser sei ein neuer Infektionsherd, infolgedessen der Reproduktionsfaktor in Venetien von 0,43 auf 1,63 anstieg. Zur norditalienischen Region Venetien zählt die beliebte Lagunenstadt Venedig sowie die beliebten Urlaubsorte Caorle, Jesolo oder Bibione. 

Und auch die spanische Region Katalonien hat angesichts eines deutlichen Anstiegs von Corona-Infektionsfällen erneut strenge Ausgangsbeschränkungen für mehr als 200.000 Menschen verhängt. 

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Urlauber und Einheimische drängen an die Strände

Eine der größten Schwierigkeiten: Nicht nur die Urlauber aus anderen Ländern, auch die Einheimischen stürmen seit Beginn des Sommers die Strände und scheinen alle Sicherheitsvorkehrungen gegen eine Ansteckung vergessen zu haben. Schockierende Bilder gab es in Großbritannien zu sehen: Kaum wurden die Lockdown-Maßnahmen in Großbritannien gelockert, überfluteten Menschenmassen den Strand von Dorset.

Und auch innerhalb Deutschlands kommen die Touristenregionen an ihre Grenzen: Dicht an dicht gedrängt lagen Touristen am Strand in Schleswig-Holstein – bis die Regierung die Reißleine zog und die überfüllten Strandabschnitte für weitere Touristen schloss.

Vereinzelte Corona-Hotspots

Klar ist, in lockerer Urlaubsstimmung werden Vorsichtsmaßnahmen leichter außer Acht gelassen. Doch lohnt es sich, sich die Zahlen genauer anzusehen. Bei näherem Hinsehen fällt auf, dass es vor allem sogenannte Hotspots sind, die die Anzahl der registrierten Neuinfektionen mit dem Coronavirus wieder in die Höhe treiben lassen. So handelt es sich bei den Infektionen in Kroatien um zwei größere Infektionsherde, einen davon in Djakovo im Osten des Landes, wo es sich um einen Ausbruch in einem Kloster handelt. Der zweite Infektionsherd lag in Zagreb, berichteten Medien. Und auch die höhere Zahl von Ansteckungen in Venetien löste vor allem ein einzelner Infektionsherd in der Stadt Vicenza aus. Ähnlich wie in Deutschland, wo der Corona-Ausbruch beim Schlachtereibetrieb Tönnies die Infektionszahlen nach oben trieb.

Auch der Chef des Coronavirus-Krisenstabes der Regierung in Spanien, Dr. Fernando Simón, schätzt den Anstieg der Neuinfektionen in nordspanischen Katalonien als wenig überraschend ein. Dass die Infektionen mit dem Coronavirus mit der Lockerung und Aufhebung des Notstandes ansteigen würden, sei nur normal, so Simón. Man habe die bekannten Coronavirus-Cluster unter Beobachtung und überwiegend im Griff.  “Es ist alles im Rahmen dessen, was wir erwartet haben”, so Simón.

Grafik zeigt: In diesen Urlaubsländern können Sie sicher Urlaub machen

Bevor der Sommerurlaub beginnt, lohnt jeden Fall einen Blick auf die aktuellen Infektionszahlen in den einzelnen Reiseländern. Unsere interaktive Karte zeigt, in welchen europäischen Urlaubsländern wir vergleichsweise wenig Angst vor Ansteckung haben müssen und wo die Zahlen weiterhin hoch sind.

Vor der Abreise ausführlich informieren!

Gerade momentan, wo sich die Situation in den einzelnen Urlaubsländern immer wieder ändert, ist es wichtig, sich vorab gründlich zu informieren. Das Auswärtige Amt sowie das Robert-Koch-Institut informieren auf ihren Websites darüber, welche Länder und Regionen aktuell zu den Risikogebieten zählen. Verbindliche Angaben liefern zusätzlich offizielle Stellen wie die Bundesregierung und die Reiseländer selbst. Wer darauf achtet, hat die besten Chancen, einen erholsamen und reibungslosen Urlaub zu genießen – und gesund zu bleiben.

Neue TVNOW-Doku: Endlich wieder Urlaub! Reisen in der Corona-Krise

Wie sehen die verschiedenen Corona-Sicherheitskonzepte in Europas Urlaubsregionen aus? Welches Urlaubspotenzial bietet Deutschland, und welche Geheimtipps gibt es hierzulande? Erfahren Sie mehr in der neuen Dokumentation auf TVNOW: “Endlich wieder Urlaub! – Reisen in der Corona-Krise”.

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