Stillende Mutter aus Kirche geworfen

Frauen, die in der Öffentlichkeit stillen – ein Thema, das die kollektive Meinung spaltet. Wie viel Nacktheit kann die Öffentlichkeit vertragen? Bietet eine öffentlich entblößte Brust wirklich Grund für Ärger? Offenbar. In Wiesbaden hat sich jüngst ein besonders fragwürdiger Fall ereignet.

Junge Frau der Kirche verwiesen

Es war am dritten Adventswochenende, als eine junge Mutter den Wiesbadener Weihnachtsmarkt besucht hatte. Weil sie merkte, dass ihr vier Monate altes Baby sich nicht mehr beruhigen ließ, vor Hunger schrie, suchte sie Zuflucht in der evangelischen Marktkirche, um ihr Kind zu stillen. “Draußen regnete es. Ich dachte mir, in der Kirche ist es warm und ich bin willkommen”, erklärte sie gegenüber der “Bild”-Zeitung. Doch dem war offenbar nicht so.  

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Um die anderen etwa 20 Kirchenbesucher nicht zu stören, nahm die Mutter extra ganz unauffällig und leise in der letzten Reihe Platz. Sie begann damit, ihr Baby zu stillen. Während ihr viele andere Besucher aufmunternd zulächelten, fühlte sich ein Kirchenmitarbeiter offenbar von ihr gestört. Er ermahnte die junge Frau, entweder die Kirche umgehend zu verlassen oder sich wenigstens auf die Toilette zurückzuziehen. Seine Begründung: In 40 Minuten würde ein Orgelkonzert stattfinden. Ohne Diskussion verließ die Mutter daraufhin die Kirche.

Pressereferentin entschuldigt sich

Mittlerweile hat Andrea Wagenknecht, Pressereferentin des Dekanats Wiesbaden, von dem Fall Wind bekommen und sich in einem öffentlichen Statement gegenüber “Bild” entschuldigt: “Stillende Mütter sind uns in all unseren Kirchen, Gemeinderäumen und -büros willkommen.” Warum der Kirchenmitarbeiter die junge Mutter der Marktkirche verwies, dazu sagt Wagenknecht nichts.  

Verwendete Quelle: Bild, Focus

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