Thomas Schmauser über “Lear” und seine Rückkehr an die Kammerspiele

Thomas Schmauser kehrt an die Kammerspiele zurück und spielt Shakespeares „König Lear“

Das ist schon eine vertrackte Sache mit dem Loslassen-Können: Hat man sich mal für eine Trennung entschieden, ist man sich ganz sicher, dass das auch genau richtig ist. Aber letztlich können sich die Dinge ganz schnell ändern, und schwupps, führt der Weg doch wieder zurück.

Ab der Spielzeit 2007/2008 war Thomas Schmauser im Ensemble der Kammerspiele, zunächst unter Frank Baumbauer, dann unter Johan Simons. Als Matthias Lilienthal im Sommer 2015 die Kammerspiele übernahm, blieb Schmauser zunächst, entschied sich aber dann doch, im Sommer 2017 ans Bayerische Staatsschauspiel zu wechseln. So richtig happy kann er dann am Resi nicht gewesen sein, auch wenn er heute von interessanten Begegnungen spricht: Mit Martin Ku(s)ej ist er jedenfalls nicht ans Burgtheater mitgegangen. Ab dieser Saison ist Schmauser wieder zurück an den Kammerspielen und spielt zur Eröffnung gleich mal König Lear.

Bewegung taugt ihm

Also, der Oberfranke mag gerne Theater-Ping-Pong? „Ja“, meint Schmauser, „diese Bewegung, hin und her, die taugt mir einfach. Es war aber letztlich so: Matthias Lilienthal rief mich an und meinte, ob ich Lust auf dieses und jenes Projekt habe. Ich sagte, lieber Matthias, ich bin doch vor eineinhalb Jahren weg. Meinst du das wirklich ernst? Ich fand das dann total mutig von ihm.“

Dass Schmausers Weggang als Indiz für Probleme an den Kammerspielen gelesen wurde, relativiert sich durch seine Rückkehr wieder. Wobei er auch mit Aussicht auf die Intendanz von Barbara Mundel zurück ist. Mundel wird Lilienthal 2020 ablösen, Schmauser wird bleiben. „Dass sie mit vielen neuen Leuten antritt und versuchen wird, das Theater noch mal richtig neu anzupacken, finde ich super.“

Zum „König Lear“ hat er ein langjähriges Verhältnis: 1992, als er Schauspielschüler an der Otto Falckenberg Schule war, nahm Schmauser an der „Lear“-Inszenierung von Dieter Dorn teil, mit Rolf Boysen als dem König und Thomas Holtzmann als den Grafen Gloucester. Und Schmauser? „Ich war einer der Schergen und hatte einen Satz, der ging glaube ich so: ,Nachrichten, Madam! Die britischen Truppen marschieren hierher!‘ Ich sprach noch mit oberfränkischem Dialekt und hatte Probleme mit dem rollenden ,r‘, weshalb ich das ständig üben musste.“

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