#allesdichtmachen: Heike Makatsch und Jan Josef Liefers rechtfertigen sich für Video-Aktion

#allesdichtmachen: Heike Makatsch und Jan Josef Liefers rechtfertigen sich für Video-Aktion

Video-Aktion von 50 Schauspieler*innen löst heftige Diskussion aus

Am Mittwoch (22. April) luden 50 deutsche Schauspielerinnen und Schauspieler in einer gemeinsamen Aktion unter dem Hashtag #allesdichtmachen gleichzeitig ironisch-satirische Clips mit persönlichen Statements zur Corona-Politik der Bundesregierung auf einer eigens dafür angelegten Webseite hoch. Für diese Aktion gab es Beifall, aber auch viel Kritik. Diese scheinen sich nun Heike Makatsch (49) und Jan Josef Liefers (56) zu Herzen genommen zu haben, denn sie reagierten in den sozialen Medien auf Vorwürfe, dass sie mit dieser Aktion Verschwörungstheoretiker, Rechten und Corona-Leugner in die Karten spielen würden.

Heike Makatsch löscht ihr Video und bittet um Verzeihung

Schauspielerin Heike Makatsch löschte nicht nur den Clip, den sie für die Aktion #allesdichtmachen gedreht hatte, sie meldete sich auch mit einem Statement bei Instagram zu Wort: „Ich habe durch Kunst und Satire den Weg gewählt, die Veränderung unserer Gesellschaft aufzuzeigen und Raum zu schaffen für einen kritischen Diskurs. Ich finde es wichtig, unsere nicht mehr wiederzuerkennende Welt auf irgendeine Art zu spiegeln oder zu kommentieren. Wenn ich damit rechten Demagogen in die Hände gespielt habe, so bereue ich das zutiefst.“

Auch auf die Kritik der Öffentlichkeit, dass sich Heike und ihre prominenten Kolleg*innen mit ihren Videos in die Ecke von Rechten, Verschwörungstheoretiker und Corona-Leugner gerückt hätten, reagiert sie: „Ich distanziere mich klar und eindeutig von rechtem Gedankengut und rechten Ideologien. Schon immer. Ohne Frage.“

Sie erkenne die Gefahr, die von der Corona-Pandemie ausgehe und wolle das Leid der Angehörigen und Opfer „nicht schmälern“ oder diese „womöglich verletzen“: „Sollte das geschehen sein, so bitte ich um Verzeihung.“ Dazu setzte sie den Hashtag #womöglichgescheitert.

Jan Josef Liefers: „Ich bin bei all denen, die zwischen die Fronten geraten sind"

Auch Heikes Schauspielkollege Jan Josef Liefers sah sich genötigt, eine weitere Klarstellung bei Instagram zu posten, nachdem er schon am Abend der Veröffentlichung direkt auf Vorwürfe zur Aktion reagiert hatte: „Ich setze mich kritisch mit den Entscheidungen meiner Regierung zu SarsCoV2 und Covid 19 auseinander. Besonders wegen der in Kauf genommenen Verluste in Kultur und Kunst und der Veranstaltungsbranche. Auch im jüngsten Video, das ein ironischer Kommentar über Prioritäten von Medien war. Eine da hinein orakelte, aufkeimende Nähe zu Querdenkern u.ä. weise ich glasklar zurück. Es gibt im aktuellen Spektrum des Bundestages auch keine Partei, der ich ferner stehe, als der AfD. Weil wir gerade dabei sind, das gilt auch für Reichsbürger, Verschwörungstheoretiker, Corona-Ignoranten und Aluhüte. Punkt.“

Jan Josef Liefers macht deutlich, dass er sich mit den Opfern der Corona-Pandemie solidarisiere: „Ich bin bei all denen, die zwischen die Fronten geraten sind, den Verängstigten, den Verunsicherten, den Verstörten und Eingeschüchterten, den Verstummten, den Sensiblen, den Hin- und Hergerissenen. Denen, die während der ständig erneuerten ineffektiven Lockdowns häusliche Gewalt erleiden müssen und bei den unverzeihlichsten aller Kollateralschäden, den Kindern. Und seit Beginn der Pandemie bei allen Medizinern, MTA und Pflegekräften, die in Krankenhäusern und ICUs alles geben! Respekt und Ehre, wem sie gebühren!“

#allesdichtmachen löste viel Kritik aus

#Allesdichtmachen-Aktion löst Diskussionen aus

Viele Kolleg*innen von Heike und Jan Josef hatten sich entsetzt über die Video-Aktion geäußert. „Mit Zynismus ist doch keinem geholfen“, schrieb Schauspieler Elyas M’Barek. Ex-VIVA-Moderator Tobias Schlegl, der inzwischen als Rettungssanitäter arbeitet, twitterte wütend: „Die Schauspieler*innen von #allesdichtmachen können sich ihre Ironie gerne mal tief ins Beatmungsgerät schieben.” Medienjournalist Stefan Niggemeier schrieb von „ekliger Ironie“ und einem „Dammbruch”, der zugleich der „größte Erfolg der Querdenkerszene bisher“ sei.

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