Das ist die Frau an der Seite von Armin Laschet

Armin Laschet hatte in den letzten Wochen keine leichte Zeit. Desaströse Umfragewerte, Schnitzer im Wahlkampf, verlorene Trielle. Wer ist die Frau, die ihm dabei privat zur Seite stand?

Berührend war dieser Moment vor allem, weil er eine persönliche Seite des ansonsten in der Öffentlichkeit gerne als „blass“ betitelten Politikers zeigte. Sein Vater, seine Kindheit, seine Tugenden und Prinzipien: das machte ihn nahbar – und kam über die Parteigrenzen hinaus gut an. Doch seitdem ist vom privaten Laschet wenig übriggeblieben. Der 60-Jährige liegt in der Gunst der Wähler laut Umfragen hinter Olaf Scholz von der SPD. An seine Erfolgsrede konnte er nicht mehr anknüpfen.

Susanne Laschet sorgt mit Interview für Wirbel

Dabei gibt es eine Frau an seiner Seite, über die es zu berichten lohnt. Seit 1985 ist Armin Laschet verheiratet. Susanne Laschet geht seit mehr als 36 Jahren mit ihrem Mann durch dick und dünn – und dürfte nun auch in „schlechten Tagen“, wie es im Ehegelübde so gerne heißt, die Konstante neben dem Kanzlerkandidaten sein.

Zumal sich das Paar schon viel länger kennt. Armin lernte seine Frau bereits im Kinder- und Jugendchor in Aachen kennen. Beide stammen aus der nordrhein-westfälischen Stadt in der Grenzregion zu den Niederlanden und Belgien. Beide wurden katholisch erzogen. Eine Geschichte aus ihrer gemeinsamen Vergangenheit machte vergangenes Jahr Schlagzeilen. Schuld war ein Interview von Susanne Laschet.

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Im „Kölner Treff“ des WDR sprach sie über Armin und das Kennenlernen in Kindheitstagen. „Wir hatten Krach mit einem Mädel, das er damals toll fand – und dann hat er mich verprügelt. Dann bin ich zu meiner Mutter gegangen und habe gesagt, ‚Mama, heute habe ich den ekelhaftesten Jungen meines Lebens kennengelernt‘“, erinnerte sich Susanne Laschet sichtlich vergnügt an die Begegnung, als sie sieben Jahre alt war.

Julius Laschet, Susanne Laschet, Eva Laschet und Johannes Laschet: Familie Laschet auf einer Wahlparty des CDU Landesverbandes Nordrhein-Westfalen nach dem Sieg bei der Landtagswahl.(Quelle: imago images / Future Image)

Doch aus dem „ekelhaftesten Jungen“ wurde ihr Ehemann – und der Vater ihrer drei gemeinsamen Kinder. Vier Jahre nach der Hochzeit kam ihr erster Sohn auf die Welt: Johannes „Joe“ Laschet, der als Mode-Influencer und Model sowie Stichwortgeber für einen millionenschweren Maskendeal seines Vaters inzwischen bundesweit bekannt ist. Es folgte die Tochter Eva und schließlich Julius, der jüngste Spross im Laschet-Bunde, der als Sportreporter bei der ARD arbeitet.

Sie genießt die Öffentlichkeit als „eine Form von Eitelkeit“

Susanne Laschet kümmerte sich um die Kinder, war wegen der Karriereplanung ihres Mannes für Haushalt und Familie verantwortlich. Dennoch ärgere sie sich über Zuschreibungen wie „First Lady“ oder „Landesmutter“. Mit rheinischer Direktheit urteilte sie: „Beides ist scheiße.“ Dass sie von den Ämtern ihres Mannes genervt ist, wäre allerdings ein Trugschluss. Susanne Laschet genießt das Scheinwerferlicht – zumindest in Maßen.

„Ich finde das schon schön, mal eine Papst-Audienz mitzubekommen oder der Queen die Hand zu geben oder mit Hape Kerkeling zu quatschen“, gewährte sie Einblicke in ihren Gemütszustand bei den vielen öffentlichen Auftritten ihres bekannten Mannes. Es sei bestimmt „eine Form von Eitelkeit“, bekannte sie in diesem Zusammenhang gar freimütig. In unserer Fotoshow sehen Sie, wie gerne Susanne Laschet ihren Mann in der Öffentlichkeit begleitet.

Ihre schnörkellose, offene Art ist durchaus bemerkenswert. So sagte die 59-Jährige einst über das Thema Treue: „Wir haben beide immer nach rechts und links geguckt, so ist es nicht. Wir haben nichts Besseres gefunden.“ Unverblümt, humorvoll, ohne Scheu: Selten hört man die Ehefrau eines führenden Politikers so sprechen. Und es ist müßig darüber zu spekulieren, ob Armin Laschet seine Frau mehr für den Bundestagswahlkampf hätte einsetzen müssen. Vielleicht wollte Susanne es auch gar nicht, trotz aller Vorliebe für Audienzen mit Promis.

Doch die gelernte Buchhändlerin versprüht ein Charisma, das bei ihrem Mann in den vergangenen Monaten oft als Manko attestiert wurde, denn Beobachter suchten es vergeblich. „Sie gibt mir immer Tipps, welche tollen neuen Bücher es gibt“, berichtete Armin Laschet mal über die Qualitäten seiner Frau. Hätte er gar mehr Tipps von Susanne Laschet annehmen müssen? Einer dreifachen Mutter und Tochter der regional bekannten Familie Malangré, deren Schwester Nicole Malangré als erfolgreiche Musical-Darstellerin tätig ist, mehr Gehör verschaffen müssen?

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Susanne Laschet scheint nicht nur „die Frau an der Seite des Kanzlerkandidaten“ zu sein. Sie hätte einen emotionalen Aha-Moment liefern können, ganz wie Heinrich Laschet, der in der Rede seines Sohnes auf dem CDU-Parteitag das nötige Herz zur Sachlichkeit lieferte. Aber im Konjunktiv-Universum wäre so vieles möglich: Susanne und Armin Laschet haben anders entschieden – und womöglich wird er „nur“ der NRW-Landesvater bleiben und seine Frau braucht nach dem 26. September nicht mit ihm ins Berliner Kanzleramt ziehen.

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