Das Richtige für einen lauen Sommerabend: Freibad-Komödie „Beckenrand-Sheriff“ – Kinostart: 9.9.2021

Das Richtige für einen lauen Sommerabend: Freibad-Komödie „Beckenrand-Sheriff“ – Kinostart: 9.9.2021

Die richtige Komödie für einen lauen Sommerabend, wenn das örtliche Spaßbad zu hat

Von Mireilla Zirpins

Auf Bahn 6 wird nicht gekrault! Milan Peschel als kauziger Freibadhüter und Dimitri Abold als sein Assistent ohne Schwimmkenntnisse werden in dieser Sommerkomödie von Marcus H. Rosenmüller nach einem schwierigen Start doch noch ziemlich beste Freunde. Das haut bestimmt nicht jeden vom Hocker, sorgt aber trotzdem für gute Laune und ein bisschen Freibadfeeling.

Am Anfang viel Slapstick, am Ende mehr Drama

Immer auf die Minute pünktlich öffnet Milan Peschel („Männertag“*) als Bade-, pardon Schwimmmeister Karl „sein“ städtisches Freibad, das noch mehr in die Jahre gekommen ist als er selbst. Hier ist alles angeranzt – von der mickrigen Rutsche bis zum Sprungturm. Kein modernes Spaßbad, sondern ein in die Jahre gekommenes, in dem der Herrscher über Chloranlage und Sonnenliegen keinen Spaß versteht, wenn man vom Beckenrand springt oder wenn Dr. Rieger, von Rick Kavanian („Der Schuh des Manitu“*) mit herrlich hessischem Akzent gespielt, sich schon wieder nicht traut und den Sprungturm blockiert. Nach dessen bösem Unfall will die intrigante Bürgermeisterin das marode Freibad nun ganz schließen und Platz machen für die schicken Townhouses des örtlichen Immobilienplatzhirsches (Sebastian Bezzel, „Dampfnudelblues“*, „Leberkäsjunkie“*).

Und dann drängt Karls Schwester „Tönnchen“ ihm auch noch einen „Assistenten“ auf – Sali, mit liebenswertem Charme gespielt von Newcomer Dimitri Abold. Sein größtes Manko für den Job als Hilfs-Schwimmmeister: Er kann nicht mal schwimmen, hat aber als guter Fänger schneller einen Platz in der Dorf-Wasserballmannschaft, als ihm lieb ist.

Eigentlich will Sali nämlich gar nicht bleiben. Er möchte endlich irgendwo ankommen, nachdem er vor vier Jahren Nigeria verlassen hat. Er muss weiterhin fürchten, abgeschoben zu werden, obwohl er arbeitswillig ist, möchte nicht immer nur darauf reduziert werden, „der Flüchtling“ zu sein. Dabei verstehen wir Zuschauer sein sehr gutes Deutsch besser als den süddeutschen Dialekt des lokalen Schleppers. Für etwas mehr Fallhöhe für Sali sorgt eine ehemalige Rekordschwimmerin namens Lisa (Sahra Mahita), die, Sie ahnen es schon, dafür sorgen wird, dass Sali beim Wasserballturnier den albernen Schwimmring nicht mehr tragen wird.

Und selbst für den knurrigen Karl könnte sich noch ein Deckelchen finden – die pedantische Wasserballtrainerin Silke (Johanna Wokalek). Es ist alles schon ein bisschen erwartbar – aber geschenkt. Am Anfang gibt’s reichlich Slapstick-Humor im Stil von Louis de Funès und einen wild grimassierenden Milan Peschel. Am Ende krankt das Drehbuch dann daran, dass bei so viel Drama um die drohende Abschiebung und den geplanten Abriss des Freibads Klamauk nicht angebracht wäre und es stattdessen deutliche Längen gibt. Weil die integrative Botschaft aber von Herzen kommt, geht man trotzdem mit und träumt im Kinosessel davon, dass es auch für uns noch ein letztes Wochenende im Freibad gibt in diesem Jahr.

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