Mörder von Rudolph Moshammer: Wird er nach 18 Jahren abgeschoben?

„Mein Mandant will und wird in den Irak zurückkehren“

Mörder von Rudolph Moshammer: Wird er nach 18 Jahren abgeschoben?

Der wegen des Mordes an dem Münchner Modezaren Rudolph Moshammer verurteilte Iraker Herish A. hofft auf eine Abschiebung in seine Heimat. „Ja, mein Mandant will und wird in den Irak zurückkehren“, sagte sein Verteidiger Adam Ahmed am Samstag (14. Januar) der Deutschen Presse-Agentur in München.

Abschiebung statt Entlassung

Er gehe davon aus, dass die Abschiebung erfolgen werde, teilte der Jurist der Zeitung mit. Den Antrag auf Entlassung in Deutschland habe er deshalb zurückgenommen. Ahmed hofft, dass es nun zügig vorangeht: „Sollte er in den nächsten zwei Wochen nicht abgeschoben werden, würde ich den Antrag erneut stellen.“

Die Chancen auf eine Entlassung stehen aber ohnehin nicht gut. Darauf hatte das zuständige Landgericht Regensburg zuvor schriftlich hingewiesen. „Eine Entlassung komme nach vorläufiger Würdigung derzeit nicht in Betracht“, hatte ein Gerichtssprecher erklärt. Grundsätzlich wäre eine vorzeitige Haftentlassung ab dem 15. Januar – also Sonntag – möglich gewesen, da dann die Mindestverbüßungsdauer von 18 Jahren in diesem Fall abläuft.

Herkunft von Moshammer-Mörder endlich geklärt

Bis vor ein paar Wochen war die Herkunft des Mannes tatsächlich unklar. Dem Bericht zufolge hätte man sogar auf das 18 Jahre alte Handy des Täters zurückgegriffen, um es erneut auszuwerten. „Da von Herrn A. bislang keine Identitätsdokumente vorgelegt wurden, sind die Ausländerbehörden auf andere Hinweise und Indizien angewiesen, die den irakischen Behörden eine Bestätigung der Staatsangehörigkeit ermöglichen“, erklärte die Zentrale Ausländerbehörde: „Über die Datenträgerauswertung können Hinweise wie z.B. Telefonnummern oder Adressen von Kontaktpersonen im Herkunftsland gewonnen und in Verfahren zur Beschaffung von Passersatzpapieren verwertet werden.“

Im Januar 2005 hatte der damals 25 Jahre alte Iraker Moshammer in dessen Haus im Münchner Vorort Grünwald mit einem Stromkabel erdrosselt. Moshammer, der seine Homosexualität nie öffentlich machte, hatte ihn mit nach Hause genommen. Der Iraker wurde wenig später festgenommen, seine DNA-Spuren wurden am Tatort gefunden. Das Landgericht München I verurteilte ihn wegen Mordes und Raubes zu lebenslanger Haft und stellte die besondere Schwere der Schuld fest. (dpa/dga)

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