Prinzessin Victoria + Prinz Daniel: Bei ihrer Hochzeit kam es fast zu einer Tragödie

Es war der 19. Juni 2010: Prinzessin Victoria, 45, hatte gerade ihrem Liebsten Daniel Westling, 48, das Jawort gegeben – und der Himmel hing voller Geigen. Von der Storkyrkan, der Stockholmer Domkirche, fuhr das frisch vermählte Paar in einer Kutschenprozession durch die schwedische Hauptstadt, um sich von einer halben Million begeisterter Menschen feiern zu lassen. Was allerdings auch neben den imaginären Liebesviolinen über den Köpfen des Brautpaares flog, war ein geheimnisvolles kleines Flugzeug, das sich direkt auf den Hochzeitszug zubewegte.

Prinzessin Victoria und Prinz Daniel: Flugzeug bedrohte ihr Glück

Das Brautpaar wird die bedrohliche Situation im Glückstaumel vermutlich nicht bemerkt haben. Doch die Sicherheitsbeamt:innen vor Ort waren sofort in Alarmbereitschaft. Die Polizei konnte keinen Kontakt zu dem Piloten herstellen, schreibt "Expressen", und befürchtete einen terroristischen Anschlag. Polizeichef Michael Fetz, der für die sichere Durchführung dieses Großereignisses verantwortlich war, blieb nicht viel Zeit. 




9. Jahrestag Rückblick: Die Hochzeit von Victoria + Daniel

Er hatte das kleine, nicht identifizierbare Flugzeug auf einem der vielen Monitore im Kommandostabsbunker unter dem Polizeigebäude entdeckt, erfährt man im Buch "Insats pågår" (zu Deutsch etwa: "Aktion läuft"), das er zusammen mit Niclas Andersson geschrieben hat. Darin spricht "Schwedens erfahrenster Polizeibeamter", wie es auf der Website des Norstedts-Verlags heißt, über 40 Jahre Polizist, in denen er eine Reihe wichtiger Führungspositionen innehatte.

Polizei plante Abschuss

"Ich spüre, wie mein Puls rast", erinnert Fetz seinen Zustand, als er das Ultraleichtflugzeug beobachtete, das direkt auf die Prozession im Zentrum Stockholms zuflog. "Der Pilot reagiert nicht auf Anrufe. Das Flugzeug fliegt immer näher, vielleicht müssen wir es abschießen", zitiert "Expressen" aus dem Buch.

Ihm blieben nur dreieinhalb Minuten, um eine Entscheidung zu treffen, dann würde der Flieger den Umzug mit dem frisch verheirateten Paar erreicht haben, das umgeben war von prominenten Hochzeitsgästen und einer riesigen Menschenmenge. Fetz dachte an die Scharfschützen in den Helikoptern: "Die Idee ist, auf den Piloten zu schießen, zunächst mit Warnschüssen, dann mit scharfem Feuer."

Der erfahrene Polizeichef wusste, dass er damit möglicherweise einen Hobbypiloten töten würde, doch das Risiko, ihn einfach weiterfliegen zu lassen, wollte er nicht eingehen. Nach einer kurzen Beratung mit den anderen Mitgliedern des Generalstabs stand fest: Das Flugzeug muss über dem Gewässer zwischen Lidingö und Stockholm abgeschossen werden. Eine Zitterpartie! "Ich bin nur noch Sekunden davon entfernt, eine Entscheidung zu treffen", wird Fetz von "Expressen" zitiert. "Den Befehl 'Schießt das Flugzeug ab!' auszusprechen."

Pilot hatte nichts Böses im Sinn

In diesem Moment konnte endlich Kontakt mit dem Piloten aufgenommen werden, der sofort umdrehte. Fetz erklärte, dass zwei JAS 39 Gripen-Flugzeuge der Luftwaffe wegen des Vorfalls alarmiert worden waren. Einer der Kampfjets stürzte sich auf das kleine Flugzeug und flog mit hoher Geschwindigkeit in nur 50-100 Metern nebenher – ein unmissverständliches Zeichen für den Piloten, dass gerade etwas sehr schief lief.

Es sei ein gewöhnlicher Privatpilot ohne böswillige Absichten gewesen, der nicht wusste, dass er sich in einem eingeschränkten Luftraum befand, wird in dem Buch berichtet. Der Mann wurde angewiesen, zu dem Flughafen zurückzukehren, von dem er gekommen war. Er reagierte sofort.

Auf den Straßen Stockholms hatte derweil niemand etwas von dem Vorfall mitbekommen, der erst 12 Jahre später mit Veröffentlichung dieses Buches publik werden würde – und Victoria und Daniel? Bei den beiden hängt der Himmel auch heute – hoffentlich –  immer noch voller Geigen. 

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