Promis posten Terror-Opfer aus Halle: Muss das sein?

Prominente erinnern bei Facebook und Instagram an das weibliche Opfer des Anschlags in Halle und zeigen ihr Gesicht ungepixelt im Netz. People-Ressortleiter Steffen Trunk kommentiert.

In Halle hat ein Rechtsradikaler zwei Menschen kaltblütig erschossen. Justizministerin und Bundesanwalt sprechen von Terror. Eines der Opfer ist Schlagerfan und Autogrammjägerin Jana, die ihren liebsten Stars hinterherreiste und Fotos mit ihnen machte. Diese tauchen jetzt in den sozialen Medien auf, meist selbst von den VIPs gepostet. Muss das sein?

Mordvideo wird im Netz geteilt: Jeder erkennt Jana

Weil der Täter seine Wahnsinnstat streamte, bekommen die Opfer aus Halle ein Gesicht. Videos geistern durchs Netz. Auch mir wurde am Mittwochabend unaufgefordert das Tätervideo per WhatsApp geschickt. Eine Frau wird vor der Synagoge mit einer Waffe bedroht. Unerschrocken schaut sie in seine Kamera, gibt ihm zu verstehen, dass er das lassen soll. Dann wird sie eiskalt erschossen. Das Opfer wird identifiziert, indem der Clip veröffentlicht und illegal geteilt wird. Immer mehr meinen, Jana ungepixelt zeigen und gar über sie lästern zu müssen.

Was wird damit erreicht? Unter anderem, was der Terrorist wollte: Aufmerksamkeit für seine Tat und Emotionen, die dadurch geweckt werden! Die Öffentlichkeit geht es im Detail nichts an, wer genau Jana war. Sie war offenbar ein zufälliges Opfer. Es war kein gezielter Anschlag auf sie. 

Jana wird Anfeindungen ausgesetzt

Medienrechtlich gesehen hat Jana ein Persönlichkeitsrecht, das auch nach ihrem Tod greift, eine Person der Zeitgeschichte ist sie nicht. Muss man ihr ein Gesicht geben, ohne mit Angehörigen zu sprechen? Hätte die Angabe ihres Vornamens und Alters nicht ausgereicht? Hätte es Jana gar selbst gewollt, dass ihr Foto überall geteilt und über sie gelästert wird? Wohl kaum. 

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