"Top Gun: Maverick" mit Tom Cruise: Hommage an einen Filmklassiker

"Top Gun: Maverick" mit Tom Cruise: Hommage an einen Filmklassiker

Kinostart: 26. Mai

Stolze 36 Jahre nach dem Original kehrt „Top Gun“ mit einem zweiten Film auf die große Kinoleinwand zurück. Nach einigen Corona-Verschiebungen stiegen die Erwartungen an „Top Gun: Maverick“ ins schier Unermessliche. Hat sich das Warten gelohnt?

Kenny Loggins‘ „Danger Zone“, gleißendes Licht und ein Flugzeugträger, auf dem schnittige Maschinen in die Luft abheben: Die Welt von „Top Gun“ öffnet erneut seine Tore. Die überaus lang ersehnte Fortsetzung der Flieger-Action mit Tom Cruise (59) zieht einen bereits in den ersten Szenen wieder ins Jahr 1986 und das Original „Top Gun – Sie fürchten weder Tod noch Teufel“ zurück. Doch nur wenige Szenen später werden die Zeichen der Zeit deutlich: Pete „Maverick“ Mitchell zieht nicht mehr als gefeierter Navy-Kampfpilot seine Kreise in der Luft.

Seine Flugkünste setzt er stattdessen mittlerweile als Testflieger von neuen Navy-Maschinen ein, mit denen er wagemutig die Grenzen der Flugtechnik auslotet. Seine Leidenschaft für die Fliegerei ist ungebremst („Es ist nicht das, was ich bin. Es ist, wer ich bin“) und er fliegt noch immer als Captain, da er sich vor einer Beförderung drückt, die ihn auf den Boden verbannen würde. Plötzlich wird Mitchell mit seiner Vergangenheit konfrontiert: Kein Geringerer als sein früherer Kontrahent Tom „Iceman“ Kazanski (Val Kilmer, 62) beruft ihn zur Elite-Jagdflugschule zurück.

Er soll einer Gruppe von Top-Gun-Auszubildenden für eine Sondermission als Fluglehrer zur Seite stehen und die Piloten auf den waghalsigen Einsatz vorbereiten. Unter den strengen Augen von Admiral Beau „Cyclone“ Simpson (Jon Hamm, 51) beginnt Maverick nur zögerlich seine ihm auferlegte Arbeit, denn für die Mission ausgewählt ist auch der junge Pilot Bradley „Rooster“ Bradshaw (Miles Teller, 35), Sohn von Mavericks verstorbenem besten Freund Nick „Goose“ Bradshaw (Anthony Edwards, 59), der bei einem Trainingsunfall ums Leben kam.

Mitchell spürt wie ein Vater die Verantwortung für den jungen Kampfpiloten und will ihn nicht in den Tod schicken. Er bemüht sich, dem wenig aggressiv fliegenden Piloten beizubringen, seinen Instinkten zu vertrauen und in der Luft nicht zu denken, um die Mission erfolgreich und vor allem lebendig zu überstehen. Doch „Rooster“, gezeichnet vom Tod seines Vaters, macht es seinem Lehrer nicht leicht, zu ihm durchzudringen. Nach einer emotionalen Begegnung mit seinem einstigen Rivalen „Ice“ trifft Maverick eine folgenschwere Entscheidung.

Regisseur Joseph Kosinski (48) und Produzent Jerry Bruckheimer (78), letzterer brachte bereits das Original auf den Weg, wussten augenscheinlich um die Verantwortung, die eine Fortsetzung eines Filmklassikers mit sich bringt. Der Film ist nicht nur stilistisch eine gelungene Hommage an Tony Scotts (1944-2012) Original und lässt liebgewonnene Szenen wieder aufleben, sei es Cruise auf einem Motorrad mit Aviator-Sonnenbrille und Lederjacke im Sonnenuntergang, Jukebox-Abende in der Bar oder athletische Ballspiele am Strand. Er bedient sich auch alter Szenen und knüpft damit inhaltlich einwandfrei an den Klassiker an.

So können Fans noch einmal den tragischen Abschied von Goose durchleben. Der Geist des beliebten Charakters schwebt über den ganzen Film hinweg und ist der emotionale Schlüssel für die Fortsetzung. Denn der anhaltende Schmerz über den Tod seines Weggefährten macht Maverick bis heute zu schaffen („Sprich mit mir, Goose.“). „Rooster“, der nicht nur optisch, sondern auch in der Luft und am Klavier sitzend seinem Vater nacheifert, macht ihm das nur allzu bewusst.

Neben einem kurzen, wenn auch eindringlichen Wiedersehen mit Val Kilmers „Iceman“ kann als weiterer pfiffiger Kniff in Sachen Hommage an den Klassiker die Einführung der toughen Bar-Besitzerin Penny Benjamin (Jennifer Connelly, 51) gesehen werden, die am Anfang des ersten Films als kurze Romanze Mavericks Erwähnung fand, jedoch nie in Erscheinung trat. Der Zuschauer erfährt, dass die Beziehung der beiden im Laufe der Jahre einige Male wiederbelebt und wieder freundschaftlich beendet wurde, sie jedoch nun scheinbar zum ersten Mal zur richtigen Zeit wieder im Leben des anderen auftauchen. Auf Mavericks ehemalige Flamme Charlotte „Charlie“ Blackwood (Kelly McGillis, 64) warten die Fans dafür vergeblich.

Passend zum Rezept einer Fortsetzung mischen neben altbekannten auch neue Gesichter mit. Teller und Glen Powell (33) als sein Konkurrent „Hangman“, der Gegenspieler darf nicht fehlen, führen gekonnt die neue und endlich vielfältigere Generation der Top-Gun-Piloten an, die dank monatelangem Flugtraining der Schauspieler ebenso wie Tom Cruise im Cockpit und in beeindruckenden Flugszenen brillieren können. Komplettiert wird die starke Truppe von Greg Tarzan Davis (35) als „Coyote“, Jay Ellis (40) als „Payback“, Danny Ramirez (29) als „Fanboy“, Lewis Pullman (29) als „Bob“ und Monica Barbaro (31) als „Phoenix“. Jon Hamm als strenger Navy-Admiral fügt sich ebenso gut ein wie der Nachwuchs. Neuen Anstrich verpasst dem Film dann noch zu guter Letzt Lady Gagas (36) Soundtrack-Hymne „Hold My Hand“.

Mit viel Nostalgie, ein wenig Flug-Action, einer Prise Humor hier und da und, ja, auch ein paar abwegigen Wendungen, ein wenig Pathos und viel Kitsch am Ende, schickt „Top Gun: Maverick“ in ganzer Blockbuster-Manier Tom Cruise auf eine erfolgreiche Fortsetzungsreise. Für Fans des ersten Teils ist der neue „Top Gun“ allein aufgrund der zahlreichen Bezüge zum Original ein Muss, für andere ist der Film zumindest ein unterhaltsamer Actionfilm – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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