Doku über Freiwilligen-Armee Bundeswehr

Berlin/Hagenow (dpa) – Das erste Antreten setzt einen Ton: “Wenn ich vor der Front stehe, fummeln Sie sich nicht im Gesicht rum. Egal, wenn es juckt oder was weiß ich, oder ‘ne Hornisse hier vor dem Auge fliegt. Völlig egal”, sagt der Oberfeldwebel.

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“Verstanden?” “Jawohl!”, rufen die jungen Leute, die da noch in Zivilkleidung von einer Kamera auf ihrem Weg in die Bundeswehr begleitet werden. Später wird einer von ihnen auf dem Fliegerhorst Wunstorf nach Afghanistan abfliegen.

Ernst-Moritz-Arndt-Kaserne, Hagenow, Mecklenburg-Vorpommern: Es ist März 2019, als der Dokumentarfilm “Soldaten” (Mittwoch, 23.50 Uhr, Das Erste) beginnt, die Entwicklung von drei jungen Männern festzuhalten. Der Start ins Erwachsenenleben – wenn man es so nennen will – ist nicht von Idealbedingungen begleitet. Einen schlechten Hauptschulabschluss nach Krankheit hat ein Rekrut. Viel “Scheiße gebaut”, sagt ein anderer. Auch als Stichworte fallen: Probleme mit Disziplin und Ärger mit der Polizei.

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Es könnte eine Milieustudie über Schwierigkeiten junger Männer mit und ohne Migrationshintergrund sein, die bisher kaum Momente erlebt haben, um auf eigene Leistungen stolz zu sein. Sie haben wenig Chancen bekommen oder mit Videospielen ihre Zeit vertan. Angst vor “Hartz 4” wird an einer Stelle offen ausgesprochen. Sicher mehr als bei Bewerbern für eine Offizierslaufbahn zeigen die Beispiele, wie sich mit dem Ende der Wehrpflicht die Zusammensetzung der Rekruten verändert hat.

Einfühlsam zeigt der Film aber auch, dass sich der Militärdienst nicht auf die Frage des Lebensunterhaltes verengen lässt. Die Ausbildung im Gelände und für das Gefecht, die Überwindung eigener Ängste, fordernde und fördernde Ausbilder werden gezeigt. Der Ordnungsrahmen der Bundeswehr und das kontinuierliche Abarbeiten der Anforderungen wird für die jungen Männer zu einem Akt der Selbstbefreiung aus eigenem Chaos und Ziellosigkeit. “War witzig, also Uniform hat schon auf jeden Fall was”, sagt ein Rekrut beim Einkleiden.

Kommandeur des Panzergrenadierbataillon 401 in Hagenow, wo Teile der Dokumentation gedreht wurden, ist Oberstleutnant Alexander Radzko. Ein Mann wie ein Klotz, der Hals breiter als der Kopf, strahlt er im Gespräch freundliche Gelassenheit aus und kann doch auf dem Kasernenhof bis in den letzten Winkel hinein Befehle bellen.

Das Bataillon sei sehr einsatzerfahren, sagte er. “Es ist grundsätzlich ein Kampftruppenbataillon. Das heißt, wann immer wir in einen Einsatz geschickt werden, dann müssen wir auch immer damit rechnen, dass wir irgendwann gezwungen sein können, unsere Waffe einzusetzen”, schildert er. “Dementsprechend spiegelt sich das bei uns auch in der Ausbildung natürlich wider.”

Einer der jungen Männer entscheidet sich recht früh für einen Auslandseinsatz. Auf dem Truppenübungsplatz Munster wird er später dafür fit gemacht. Aus Containern sind Straßenzüge nachgebaut. Geübt wird mit scharfer Munition. Es ist dies der Moment, wo aus dem zunächst spielerisch-staunenden Umgang der jungen Männer mit der Waffen ernst wird. “Feind in Truppstärke”, wird angesagt. Schüsse fallen. “Drei feindliche Schützen vernichtet.”

Die Stellung halten, auch auch wenn es einen Verletzten gibt, sagt ein Ausbilder und fordert ein: “Das Feuer an den Mann bringen. Sonst werdet ihr überrannt.” Die Schnitte zu Familienfeiern und Geburtstagsfesten sind in dem Film harte Brüche. “Da wo ich mich wohl fühle, geborgen fühle, jemand immer für einen da ist, das ist Heimat”, sagt ein Soldat. “Deswegen diene ich auch für Deutschland. Ich möchte auch dem Land was zurückgeben.”

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