Emotionale Achterbahn bei GNTM lässt auch Heidi Klum nicht kalt

Die 13. Folge von „Germany’s Next Topmodel“ ist ernsthaft und phasenweise traurig wie noch nie zuvor in dieser Staffel. Es geht um Mobbing, verstorbene Familienmitglieder und eine Kindheit ohne Eltern. Die Models müssen mit Stargast Brigitte Nielsen eine Szene schauspielern, was Sophie und Juliana zum Verhängnis wird. Martina hingegen punktet damit, dass sie der Hollywood-Ikone verblüffend ähnlichsieht.

„Ich fand’s mega im Regen. Das wollte ich schon immer mal machen in meinem Leben. Einfach durch den Regen laufen“, sagt Juliana im Gespräch mit Heidi Klum. Einfach mal durch den Regen laufen. Was für eine außergewöhnliche Erfahrung. Am Donnerstagabend wird dieser Traum für die Models bei „Germany’s Next Topmodel“ beim abschließenden Walk wahr.

Rain-Walk nennt sich das Ganze, die Models laufen auf der Straße einer Hollywood-Filmkulisse auf Heidi Klum zu, während Wasserkanonen für einen heftigen Sprühregen im kalifornischen Sonnenschein sorgen. Die nassen Kleider kleben an den Körpern, das Augen-Make-up ist verschmiert. Und dann lesen die Models mit zitternder Stimme auch noch ihre Kindheitswünsche vor, die sie auf kleine Zettel geschrieben haben. Dann packen sie diese in Umschläge und lassen sie an roten Ballons in den Himmel steigen. Drama, Baby!

Dabei fließen eine Menge Tränen. Noëlla spricht über ihre Kindheit ohne Eltern im Kongo. Anita erzählt, wie sie in der Schule gemobbt und beim Völkerball als letzte ausgewählt wurde. Lou-Anne wünscht sie eine vollständige Familie, weil ihr Vater fortgegangen ist.

Dann beichtet auch noch Heidi Klum, dass sie in der Schule Pizza-Face genannt wurde, weil sie so viele Pickel hatte. Die 13. Folge von „Germany’s Next Topmodel“ am Donnerstag ist ein einziges emotionales Drama.

Die Models müssen eine Szene mit Brigitte Nielsen spielen

Schon zuvor wird viel geweint, als die Models ihre Schauspielkünste unter Beweis stellen sollen. Dafür ist Brigitte Nielsen zu Gast, die eine Gefängnisinsassin spielt. Im orangen Overall sitzt sie hinter einer Glaswand. Die Models sollen sich nun eine kurze Geschichte ausdenken und diese mit der Hollywood-Ikone spielen.

Lieselotte erinnert sich dabei an ihre kürzlich verstorbene Schwester und bricht in Tränen aus. Ebenso emotional wird Noëlla, die an ihre Tante Brigitte aus dem Kongo denkt, bei der sie aufwuchs und die mittlerweile an Krebs verstorben ist.

Da zeigt sogar die knallharte Jurorin Heidi Klum ihre weiche Seite. „Fast wären mir die Tränen gekommen. Und ich weine wegen gar nichts“, sagt sie. Umso bemerkenswerter ist, wie schnell Noëlla wieder umschalten kann. Breit grinsend kehrt sie zu den anderen Kandidatinnen zurück und reibt diesen unter die Nase, dass sie ein „Naturtalent“ sei. Wie das mit der Schauspielerei funktioniert, hat sie jedenfalls verstanden.

Martina und Lou-Anne nutzen ihre Ähnlichkeit mit Brigitte Nielsen

Spannend ist der Auftritt von Martina. Die 50-Jährige sieht Brigitte Nielsen nämlich verblüffend ähnlich und punktet mit einer Verwechslungs-Story. Ihre Tochter Lou-Anne gibt sich als jüngeres Ich der Nielsen aus und beeindruckt die Dänin damit ebenfalls.

Und das ist nicht leicht, schließlich hat Brigitte Nielsen so ziemlich alles erlebt. Sie spielte die Frau von Ivan Drago in „Rocky IV“, sie war „Red Sonja“ und im echten Leben mit Sylvester Stallone verheiratet. Zweimal nahm sie am Dschungelcamp teil. Und jetzt noch GNTM. Viel mehr geht wirklich nicht.

Weniger gut läuft es Juliana und Sophie. Die beiden denken sich Storys aus, deren Plot so verworren ist wie ein Drehbuch von David Lynch. Ist Sophie nun die Schwester oder Tochter von Brigitte Nielsen? Und wer ist die verschwundene Cassidy? Und warum lebt Cassidy im Heim?

Weder die Nielsen blickt so richtig durch, noch Sophie selbst. Und schon gar nicht die Zuschauerinnen und Zuschauer zu Hause am Fernseher.

Juliana und Sophie müssen gehen

Schließlich bricht die 18-Jährige ihre Szene ab. „Ich habe mir eine Story ausgedacht und sie dauernd abgeändert. Da wusste ich gar nicht mehr, was los ist“, räumt sie ein. Und so langsam dämmert es allen, dass es diesmal für Sophie kein gutes Ende nehmen wird.

Genauso wie für Juliana. Die 25-Jährige kann weder als Schauspielerin, noch mit ihrer Story überzeugen. Und besonders bescheiden ist sie auch nicht. „Ich bin eigentlich die geborene Schauspielerin. Das ist so ärgerlich“, erklärt sie. „Ich will es Heidi beweisen, nicht nur mir selbst. Ich sehe so gut aus, hallo!“, sagt sie wenig später. Für Juliana endet der Topmodel-Traum trotzdem am Donnerstag.

Sophie: Ich bin schockiert und abgestumpft

Genauso wie für Sophie. „Ich müsste eigentlich emotional in Tränen ausbrechen. Aber ich bin schockiert und abgestumpft“, sagt sie. Wenig später sieht das anders aus. „Atmen. Atmen nicht vergessen! „, mahnt Juliana, die ihr Ausscheiden weitaus lockerer als Sophie wegsteckt. Vivien fragt die offensichtlich am Rande einer Panikattacke stehende Sophie, ob sie eine Tüte zum Atmen braucht.

Sicher, Sophie war eine anstrengende Kandidatin, die mit ihrem übertriebenen Ehrgeiz phasenweise ziemlich genervt hat. Sie nun so zu sehen, macht trotzdem traurig. Vor allem ihre mit englischen Vokabeln gewürzten und in hohem Tempo vorgetragenen Ausführungen werden wir vermissen.

Gut, dass Lena direkt einspringt. „I’m gonna dip into 14“, sagt das Petite-Curvy-Model, nachdem sie den Sprung unter die letzten Acht geschafft hat. Es ist tatsächlich bereits die 14. Woche, in die die aktuelle Staffel von „Germany’s Next Topmodel“ einbiegt.

So ernsthaft, phasenweise sogar traurig wie am Donnerstag war dabei bisher noch keine Folge. Immerhin dürfte es nächste Woche wieder anders werden. Dann wird bei einem Shooting Tennis gespielt und auf einer Laufbahn gesprintet, wie bei den Bundesjugendspielen. Das verspricht wieder leichtere Unterhaltung und weniger Tränen.

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