Endlich Feierabend im Hürther Möchtegern-Dschungel

Finaaaaleeee! Oder im Falle der Dschungelshow eher: Erlöööösuuung oohoooohooo! 14 Tage Ersatzshow, während die meisten von uns gerade ohnehin schon so etwas wie ein Ersatzleben führen: Es reicht!

“Jetzt ist Feierabend! Ich hol’ die Kuh nicht mehr vom Eis, ich pump’ ihr Blei in’ Magen”, singt schon die Berliner Elektro-Pop-Band Großstadtgeflüster und scheint damit das Motto von RTL getroffen zu haben. Die letzten Folgen der Ersatz-Dschungelshow waren kurz und schmerzvoll. Wenn wir das Ding schon versemmeln, dann aber so richtig, wird man sich in Produktionskreisen wohl gedacht haben. 

Dabei war nicht alles schlecht, es gab durchaus kurzweilige Sternschnuppen –wie die motzende Bea Fiedler, die ihrem Kontrahenten Lars Tönsfeuerborn unfreiwillig den Spitznamen seines Lebens verpasste. “Jetzt hätt’ ich fast Larsch gesagt, weil ich Lars und Arsch gleichzeitig sagen wollte”, freute die sich. Der “Prince Charming”-Star und die rauchende Erotikkoryphäe der 80er gerieten immer wieder aneinander. Als Larsch Bea nicht an seiner Zigarette ziehen lassen wollte, sprang der Funke des Streits in dieser Glimmstängel-Anti-Romanze gänzlich über. Die Kippen seien nur für seinen Eigenbedarf, betonte der Rotschopf. “Du bist eigen doof, Ohrfeigengesicht”, resignierte Bea. 

Chance vertan 

Auch Djamila Rowe erlebte ein Comeback der Extraklasse und erfrischte mit Wesenszügen, die wohl noch niemand von ihr kannte. Für den Sieg reichte es leider nicht. Es waren jene seltenen Momente, in denen man der Dschungelshow doch Potenzial einräumte. Aber genutzt wurde es nicht. Stattdessen war an der Ersatzshow tatsächlich der Rückblick auf das, was einmal war, der schönste Genuss. Wenn Marc Terenzi in feinstem Denglisch anmerkte: “Die Regelz sint die Regelz”, Sarah Dingens keuchte: “Dr. Bob, My Air is away” oder Kader Loth verzweifelt die Schutzbrille suchte, die auf ihrem erhabenen Haupt hing, dann wünschten wir uns dahin zurück – in eine Welt, in der alles besser war. 

In der das Dschungelcamp noch in Brisbane weilte statt in Hürth. In der Abstand etwas war, das man nach einer Trennung brauchte. In der ein Mundschutz Krankenhauspersonal oder Bauarbeitern gehörte und in der die Schlagzeile “Illegaler Kindergeburtstag aufgelöst” höchst irritierend gewesen wäre. Doch all das ist eben nicht mehr so. All das gehört jetzt zu unserem Leben.

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Das Dschungelcamp hätte uns für 14 Tage rausholen können aus diesem Leben im Wartesaal. Es hätte uns ein paar Stunden lang vorgaukeln können, dass es doch noch eine Welt abseits von Corona gibt. Stattdessen wurden wir mit Dschungeltauglichkeitsprüfungen, der Frage, wer 2022 dabei sein wird und all dem Pipapo ja doch nur wieder hingehalten und zum Warten auf bessere Zeiten verdonnert. Und das kennen wir alle gerade ja wohl wirklich zur Genüge.  

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