Kritik zum Schwarzwald-‘Tatort: Was wir erben’: Uninspirierter Abklatsch eines klassischen Themas

Achtung, Spoiler! Diese TV-Kritik gibt mehr oder weniger konkrete Hinweise auf die Handlung und das Ende des Schwarzwald-“Tatort: Was wir erben”. Wenn Sie nichts verraten bekommen wollen, warten Sie mit der Lektüre des Textes, bis Sie den Film gesehen haben (Das Erste, 25.04.2020, 20.15 – 21.45 Uhr und in der ARD-Mediathek).

Die Handlung des Schwarzwälder “Tatort: Was wir erben” ist schnell erzählt: Elisabeth Klingler-Rathmann (Marie Anne Fliegel), das Oberhaupt einer Süßwaren-Dynastie, stürzt die Treppe runter und stirbt. Schnell gerät eine Gesellschafterin ins Visier der Ermittler Franziska Tobler (Eva Löbau) und Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner). Aber auch die raffgierige Sippschaft könnte etwas mit dem Ableben der (Groß-)Mutter zu tun haben. Und plötzlich gibt es eine weitere Tote.

Schwarzwald-Tatort “Was wir erben” voller klischeebeladener Figuren

Der Ausgangspunkt erinnert stark an Agatha Christies Roman “Das krumme Haus” und wurde schon zigfach in Filmen verwendet. Doch statt eines findigen Detektivs, der die Motive der Verdächtigen schnell durchschaut und auf familiäre Abgründe stößt, gibt es hier leider nur das Duo Tobler und Berg. 

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Und genau das ist das Problem des Films. Wer beim Plot auf Altbewährtes setzt, sollte zumindest interessante Charaktere einbauen. Da kommen die Kommissare leider hin und auch die Erben des Süßwaren-Imperiums entpuppen sich als klischeebeladene Figuren. Da hätte man den habsüchtigen Sohn Richard Rathmann (Jan Messutat), der nicht schnell genug an seinen “verdienten” Nachlass kommen kann. Seine Schwester Gesine (Jenny Schily), die einen latenten Hang zum Alkoholismus hat, versucht, durch harte Arbeit den Respekt der Mutter zu erlangen. Überraschung: hat nicht geklappt. Und dann gibt es noch die kiffende Enkelin Toni Wood (Johanna Polley), die nach dem Sinn des Lebens sucht.

Verschenkte Möglichkeiten und Langeweile

Der einzig interessante Aspekt des Falls offenbart sich erst gegen Ende des Schwarzwald-Tatorts: Die Familie hat ihren Reichtum im Zweiten Weltkrieg auf dem Rücken von Zwangsarbeitern angehäuft. Wie sich herausstellt, war Sofia Janczak die Tochter einer dieser Arbeiterinnen. Ein Clou, der leider zu spät kommt, denn da liegt schon über eine Stunde Langeweile hinter uns.

Auch die Auflösung haut niemanden vom Hocker, Überraschungen bleiben aus. Mit diesem “Tatort” haben die Macher (Buch: Patrick Brunken, Regie: Franziska Schlotterer) keinen Coup gelandet. Da gab es schon bessere Fälle des Schwarzwälder Ermittler-Duos.

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