So desaströs verlief der erste Monat von "Bild" im TV

Mit viel mehr Lautstärke kann ein TV-Sender nicht an den Start gehen. Als Bild TV vor 30 Tagen on air ging, wurde das von dem Boulevardmedium mit Pauken und Trompeten begleitet. Doch die Bilanz ist ernüchternd. 

Wochenlang auf jeder gedruckten Titelseite, ein riesiges Banner auf der Homepage von Bild.de und Plakatmotive deutschlandweit: Der Start von Bild TV im Fernsehen wurde mit der Boulevard-bekannten Intensität angekündigt. Grell, laut, knallig. Jeder potentielle Zuschauer im Land sollte wissen: „Bild“ gibt es jetzt auch im linearen Fernsehen.

Ganz knapp oberhalb der Wahrnehmungsgrenze

Doch seit dem Start am 22. August fällt die Bilanz der reinen Zahlen mau aus. Von einem Erfolg kann mit Blick auf die TV-Quoten auch im Hause Axel Springer wohl keiner mehr sprechen. Wie „Medieninsider“ berichtet, haben im Schnitt 733.000 Zuschauer pro Tag eingeschaltet. Das entspricht einem Marktanteil von 0,1 Prozent. Damit ist Bild TV nur ganz knapp oberhalb der Wahrnehmungsgrenze gelaufen, denn eine seriöse Quotenmessung wäre mit etwas weniger Zuschauern schon gar nicht mehr möglich gewesen.

Thomas Kausch und Sandra Kuhn, Moderatoren „Bild Live“, stehen im Studio des TV-Senders „Bild“. Der neue TV-Sender „Bild“ des Medienkonzerns Axel Springer ist nun auf Sendung.

Selbst die konkurrierenden Spartenkanäle von Welt und n-tv aus dem privaten Nachrichtenangebot kamen in dieser Zeit auf 0,9 beziehungsweise 1,1 Prozent Marktanteil, immerhin 3,6 Millionen und 4,3 Millionen Zuschauer.

Negativrekord nach rund einem Monat

Nur zum Premierentag schaffte es Bild TV überhaupt einmal über die Schwelle von einer Million Zuschauer pro Tag. Seitdem hat der Sender diese Dimension nicht wieder erreicht. Am vergangenen Samstag, dem 18. September, lockte das Boulevardangebot nur 473.000 vor die Röhre – der bisherige Negativrekord. 

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Ob das krawallige Angebot noch Zeit braucht, weil nicht jeder Fernsehnutzer den Sender bereits auf seinem Gerät gespeichert hat, bleibt abzuwarten. Werbung für sein eigenes Angebot macht „Bild“ weiterhin massiv. Doch erst ab einem Monatsschnitt von 0,5 Prozent wird der Marktanteil laut Media-Experten, die das Geld der Werbekunden verwalten und verteilen, überhaupt relevant, so heißt es in dem Bericht des „Medieninsider“. Mit Blick auf diese Zielmarke hat das Boulevardmedium also noch einen weiten Weg vor sich.

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