"Squid Game": Das steckt hinter dem Netflix-Phänomen aus Südkorea

Die südkoreanische Serie „Squid Game“ entwickelt sich derzeit weltweit zu einem absoluten Überraschungshit und könnte zu einer der erfolgreichsten Netflix-Serien überhaupt werden. In der Serie kämpfen verschuldete Menschen in brutalen Spielen um viel Geld, die Verlierer werden getötet. Die Serie profitiert unter anderem von ihrer Beliebtheit in sozialen Medien wie TikTok und dem generellen Interesse junger Menschen an asiatischer Kultur.

  • Eine Kritikvon Christian Stüwe

    456 Kandidatinnen und Kandidaten, allesamt hochverschuldet, haben sich für ein geheimnisvolles Spiel angemeldet. Die Aussicht auf eine enorme Geldsumme als Gewinn lockt sie in ein verstecktes Lager, wo sie in simplen Kinderspielen gegeneinander antreten. Allerdings mit brutalen Konsequenzen. Denn wer ausscheidet, wird noch auf dem Spielfeld getötet.

    Mit dieser Ausgangslage sorgt die südkoreanische Serie „Squid Game“ derzeit weltweit für Furore. In Deutschland führt „Squid Game“ die Netflix-Charts seit Tagen an, in 78 weiteren Ländern stand die Serie am Mittwoch laut „flixpatrol.com“ ebenfalls an der Spitze. In fast allen anderen Ländern, in denen Netflix gestreamt werden kann, ist sie unter den Top drei platziert.

    „Squid Game“, erst am 17. September gestartet, könnte sogar „Bridgerton“ als die meistgestreamte Netflix-Serie überhaupt ablösen. Das verkündete Ted Sarandos, einer der Chefs von Netflix, am Montag auf der Technologie-Messe CodeCon. „Das haben wir wirklich nicht kommen sehen“, erklärte er.

    Schon jetzt ist die südkoreanische Produktion ein gigantischer Überraschungserfolg, zumal sie ohne eine große Werbekampagne startete. In Deutschland hatte das neue Netflix-Phänomen niemand so richtig auf dem Zettel. Aber was genau macht „Squid Game“ so erfolgreich?

    „Squid Game“: Die Handlung zieht Zuschauer schnell in ihren Bann

    Zunächst einmal ist die Serie einfach gut gemacht. Die Handlung nimmt sich Zeit, um die Figuren mit ihren Problemen und Sorgen einzuführen. Die Motive, warum sie an den brutalen Spielen teilnehmen, werden deutlich, man fiebert mit ihnen mit. Die in Deutschland völlig unbekannten Schauspielerinnen und Schauspieler machen einen guten Job.

    Der im Zentrum der Geschichte stehende Seong Gi-hun (Lee Jung-jae) lebt beispielsweise immer noch bei seiner Mutter, er hat kein Geld, um sich um seine Tochter aus einer früheren Beziehung zu kümmern. Als diese sich mehr und mehr von ihm abwendet, lässt er sich auf das tödliche Spiel ein.

    Die Serie ist ein Mix aus Drama, Gesellschaftskritik, Thriller und Survial-Horror. Wer die Spiele organisiert, ist die große Frage, die über allem schwebt. Die brutalen und bewaffneten Wächter verstecken sich hinter schwarzen Masken und roten Uniformen und schweigen die meiste Zeit. Die Cliffhanger kommen an den richtigen Stellen, entsprechend schnell zieht die Handlung die Zuschauerinnen und Zuschauer in ihren Bann und lädt zum Bingewatchen ein.

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    „Squid Game“ geht in den sozialen Medien viral

    Die Spiele selbst sind äußerst spannend und sehr brutal inszeniert. Teilweise werden die Verlierer mit Kopfschüssen aus kürzester Distanz eliminiert, was im Netz für Aufregung und Diskussionen sorgte. Das Blut spritzt manchmal minutenlang, auch eine Sexszene wurde in den sozialen Medien heftig diskutiert. Dem Interesse an der Serie sind solche viral gehenden Kontroversen natürlich eher zuträglich.

    Generell ist „Squid Game“ in den sozialen Medien, vor allem bei TikTok, ein großes Thema. In dem chinesischen Netzwerk machen unter anderem Rezepte für Kekse die Runde, die in einem der Spiele vorkommen. Auch eine zugehörige Challenge gibt es.

    Es werden bereits zahlreiche Fan-Accounts zur Serie betrieben. Der Bericht, dass ein Südkoreaner zufällig eine in der Serie gezeigte Telefonnummer besaß, daraufhin Tausende Anrufe und Nachrichten am Tag bekam und nun von Netflix eine Entschädigung bekommen soll, wurde von vielen Medien aufgegriffen. Alles das befeuert den Hype um „Squid Game“.

    Musik und Serien aus Asien sind bei der Generation Z angesagt

    Der vielleicht spannendste Grund für den Erfolg von „Squid Game“ könnte aber ein anderer sein. Denn wie es scheint, haben sich die kulturellen Interessen bei jungen Menschen ein wenig verschoben. Während sich die Generationen zuvor medial vor allem an den USA orientierten, sind bei der oft zitierten „Generation Z“ Musik, Comics, Filme und Serien aus Asien absolut angesagt.

    Man denke etwa an die südkoreanische Boygroup BTS, die weltweit Millionen junger Fans hat, bekannt als die BTS-Army. Oder an die enorme Beliebtheit von Manga-Serien wie „Titanfall“, „One Piece“ und „Death Note“.

    Mit der japanischen Serie „Alice in Borderland“, die auf einem Manga basiert und in der es ebenfalls um Spiele auf Leben und Tod geht, gelang Netflix bereits im vergangenen Dezember ein Überraschungserfolg. Nun scheint „Squid Game“ diesen Trend auf ein ganz neues Level zu heben.

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    Verwendete Quellen:

    • Variety.com: Netflix Releases New Data on Most Popular TV Shows and Movies
    • Flixpatrol.com: Squid Game on Netflix TOP10 this Week
    • Screenrant.com: Squid Game Phone Number Leads To Real Life Prank Calls
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